Holzfurniere

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Holzfurniere

Holzfurniere sind dünne Blätter, die aus wertvollen Hölzern geschnitten werden. Inzwischen werden von der Möbelindustrie einheimische Holzarten, wie etwa Ahorn, Buche, Birke, Esche, Nussbaum oder Kastanie bevorzugt.

Tropenhölzer finden nur noch wenig Verwendung. Auf diese Weise soll der ausufernde Holzeinschlag, der in vielen Entwicklungsländern die vorhandenen Ressourcen schwer geschädigt hat, konsequent eingedämmt werden. Bei Furnier handelt es sich um dünne Blätter aus Holz (0,3 bis 6 mm), die durch Sägen, Messerschnitt oder Schälen vom Stamm abgetrennt werden. Anschließend werden sie auf ein Trägermaterial aufgeleimt. Trägermaterialien können Spanplatten, MDF-Platten (= mitteldichte Faserplatten), Multiplexplatten oder Sperrholz sein.

Als Trägermaterial für Furniere kommen heute Holzwerkstoffe zum Einsatz. Lange Zeit wurde diesen nachgesagt, sie seien eine schlechte Alternative zum Massivholz da sie gesundheitsgefährdende Stoffe, insbesondere Formaldehyd freisetzen. Tatsächlich stellen Holzwerkstoffe aber eine sehr gute Ergänzung zum Massivholz dar, da sie die ökologische Waldnutzung verbessern: Anstatt Alt-, Rest- oder Frischholz zu entsorgen oder thermisch zu verwerten, wird es für Span-, Faser- und Sperrholzplatten verwendet. Da diese Holzwerkstoffe inzwischen größtenteils mit formaldehydarmen oder -freien Leimen und Bindemitteln hergestellt werden können, lässt sich der Wert ihrer Formaldehyd-Emission in Richtung des natürlichen Emissionswertes von Holz annähern. Dieser sollte in Abhängigkeit von der Holzsorte einen Wert von rund 0,01 ppm (Parts per Million) nicht übersteigen.

In Deutschland gibt es ca. 15 Furnierproduzenten. Experten entscheiden Stamm für Stamm, mit welcher Technik aus dem Rundholz das Furnier erzeugt wird. Um den Qualitätsanforderungen der furnierverarbeitenden Industrie und dem Verbraucher zu genügen, bedarf es großer Erfahrung beim Rundholzeinkauf, damit eine optimale Verarbeitung gewährleistet wird. Um Stämme sachgerecht zu lagern, müssen sie ständig mit Wasser berieselt werden. Durch die Feuchtigkeit werden Farbveränderung und Rissbildung durch Austrocknen vermieden. Um das Rohholz für die Messer- und Schälmaschinen vorzubereiten, wird es entrindet. Dabei werden Fremdmaterialien wie eingedrückte Steine, eingeschlagene Nägel, Sand oder Erde entfernt.

Um eine optimale Ausnutzung und Qualitätssortierung zu erreichen, werden die Stämme nach Wuchsmerkmalen, Form und Längenvorgaben abschnittweise eingeteilt. Entsprechend der Form und des Herzrisses werden sie für das spätere Aufsägen markiert. Durch das Kochen oder Dämpfen in heißem Wasser werden zwei Effekte erzielt: Dem Holz wird die notwendige Geschmeidigkeit gegeben, um einen glatten Schnitt und damit eine einwandfreie Aufarbeitungsqualität zu gewährleisten.

Durch die Dauer des Koch- bzw. Dämpfvorgangs wird die Farbe des Furniers beeinflusst. So verändert sich z.B. die ursprünglich weiße Farbe der Buche durch das Dämpfen zu einem rosa- bzw. lachsfarbenen Ton. Abhängig von der Holzart und dem Farbanspruch sind Dämpfzeiten von einem Tag bis zu zwei Wochen notwendig. Im nächsten Schritt wird das Holz in dünne Schichten geschnitten – oder wie die Fachleute sagen „gemessert“ oder „geschält“. Man unterscheidet zwei Maschinentypen zur Furnieraufbearbeitung: Messermaschine und Schälmaschine, sowie verschiedene Aufarbeitungsarten.

Je nachdem, welche Maschine und welche Aufbereitungsart verwendet werden, erhält man unterschiedliche Ergebnisse. Für die Qualität der Aufarbeitung ist es von entscheidender Bedeutung, dass das Messer mit einer Genauigkeit von 0,1 mm exakt eingestellt ist. Nur dann kann eine einwandfreie Qualität garantiert werden.

Das Trocknen der noch nassen Furnierblätter geschieht in Trocknern, die gleichzeitig einen Bügeleffekt haben. Auch beim Trocknen werden von Holzart zu Holzart unterschiedliche Durchlaufzeiten und Temperaturen gewählt. Zu trockene Furniere sind brüchig und können nicht weiterverarbeitet werden, zu feuchte Furniere können schimmeln und sind dann ebenfalls nicht mehr verwendbar.

Im trockenen Zustand werden die Furniere fachgerecht gebündelt und zugeschnitten. Die Ränder werden begradigt und Wuchsunregelmäßigkeiten bei Bedarf herausgeschnitten. Entsprechend den vielseitigen Verwendungszwecken werden spezielle Qualitäten vom Produzenten vorsortiert. Dies erfolgt entsprechend den Kundenvorgaben bezüglich Dimension, Struktur und Preis.
www.furnier.de



 

Synonyms: Furniere, Holzstamm, Holzarten, Messerschnitt, Sägen, Schälen