Kork

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Kork

Unter Kork versteht man die Rinde der Korkeiche, die grösstenteils im Mittelmeerraum anzutreffen ist. Kein Baum wird durch die Schälung der Korkrinde beschädigt oder gefällt. Die erste Schälung kann nach 25 Jahren erfolgen, dann erntet man die nachwachsende Isolierrinde alle 8-9 Jahre. Sie Korkeiche muss in 1,50 Meter Höhe einen Durchmesser von mindestens 70 cm erreicht haben, bevor die Rinde geschält werden darf.

Korkeichen werden bis zu 200 Jahre alt. Die Korkrinde kann somit bis zu 20x geschält werden, ohne dem Baum Schaden zuzufügen. Durch die Zellstruktur (ca. 40 Mio. Zellen pro cm3) besitzt dieser  zu 100% ökologische Rohstoff einzigartige Eigenschaften. Jede dieser Zellen ist mit einem luftähnlichen Gas gefüllt. In ausgereiften Arbeitsprozessen wird dieses Naturwunder zu einem hochwertigen Fussboden veredelt.

Korkeichenwälder sind Rückzugsgebiete einiger bedrohter Arten wie des Iberischen Luchses, der nur noch rund 100 Exemplare zählt, des Spanischen Kaiseradlers oder des Mönchsgeiers. Zugleich sind diese Biotope Durchgangsstationen von Zugvögeln und Überwinterungsplätze, z. B. von rund 60.000 Kranichen in der spanischen Extremadura. Die Straße von Gibraltar ist neben der Straße von Messina und dem Bosporus ein Verkehrsknotenpunkt im Vogelzug von und nach Afrika.

Die Montados. Die Korkeichenbiotope in Portugal gehören zu den biologisch reichsten der Welt und sind gemäß der EU-Habitatrichtlinie im NATURA-2000-Netzwerk aufgeführt. Sie weisen unter den Wald-Lebensräumen eines der weltweit höchsten Niveaus an Artenvielfalt auf. Korkeichenwälder gehören zu den 201 von der UNEP festgelegten weltweiten Biodiversitäts-Hotspots: Im Mittelmeergebiet finden sich bis zu 25.000 verschiedene Pflanzenarten (viermal mehr als im übrigen Europa), davon 13.000 endemische, d. h. nur in dieser Region ansässige Pflanzenspezies – weltweit die zweitgrößte Zahl, gleich nach dem tropischen Teil der Anden. Unzählige kleine Luftblasen durchziehen das Gewebe des Naturstoffes Kork. Das verleiht dem Bodenbelag eine hohe Elastizität und fühlt sich angenehm weich an. Zudem federt das Material jeden Schritt ab und schont so die Gelenke und den Rücken. Die Korkindustrie ist eine der weltweit ersten vollständig grünen Industrien und beruht auf 100% regenerativen Rohstoffen.

Kork ist wirtschaftlich für zahlreiche Anwendungen interessant: in der Fischerei als Schwimmer an Angeln und Netzen, als Dichtungsmaterial in Maschinen und Geräten, als Flaschenverschluss, als Pinnwand, als Fußbodenbelag, im Blasinstrumentenbau, als orthopädisches Schuheinlagenmaterial sowie als Bau- und Wärmedämmstoff. Es gibt verschiedene Arten der Korkoberfläche bei Fußbodenbelägen: einerseits die einschichtigen Presskork-Korkbeläge und andererseits die furnierten, mehrschichtigen Bodenbeläge. Die furnierten Korkbodenbeläge unterscheiden sich durch ein aufgeklebtes Korkfurnier von den einschichtigen Presskork-Korkplatten. Massiven Kork gibt es bisher nur als Korkmosaik. Das Furnier wird auf den Presskork-Korkbelag geklebt und dient in erster Linie dekorativen Zwecken. Ein weiterer Vorteil ist die bessere Farbdeckung bei eingefärbten Korkplatten. Der Nachteil furnierter Korkfliesen ist die schlechtere Abriebfestigkeit. Diese kann jedoch mit Siegellack verbessert werden.

Die Hersteller verkaufen Korkparkett als Fliesen, welche sich vollständig mit dem Untergrund verkleben lassen, und Kork-Fertigparkett, welches mit Nut-und-Feder-Systemen schwimmend verlegt, also nicht mit dem Untergrund verklebt wird. Ganz ohne Klebstoff beim Verlegen kommen Korkparkettsysteme mit speziellen Verbindungen zwischen den Fliesen (Klick-Systeme) aus. Seit 2001 gibt es Korkmosaik, dieses besteht aus massiven Korkstücken (kein Granulat mit Bindemittel) und ist ähnlich wie Steinmosaik auf einem Trägermaterial vorgefertigt. Es wird vollflächig verklebt und nachträglich wie Steinfliesen ausgefugt. Die Oberflächenbehandlung kann ähnlich wie bei Klebekork und Kork–Fertigparkett dem Verwendungszweck angepasst werden. Der Vorteil von massivem Korkmosaik liegt in der erweiterten Anwendung für Außenbereiche und in Nasszellen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Oberflächen der Korkfliesen zu behandeln. Die Fliesen können eingefärbt oder naturbraun belassen werden. Eingefärbte Fliesen müssen anschließend mit einem Siegellack behandelt werden, dabei müssen Lack und Farbe aufeinander abgestimmt sein, um ungewollte chemische Reaktionen und Verfärbungen zu vermeiden. Ölen oder Wachsen als andere Möglichkeiten der Oberflächenbehandlung kann bei ungefärbten Korkfliesen vorgenommen werden. Für Korkmosaik im Außenbereich eignen sich auch farbige Öle, wie zum Beispiel Teaköl. Bei Verlegungen von Korkmosaik auf Schiffen kann auch Bootslack verwendet werden. Um die Rutschhemmung zu verbessern, kann feiner Quarzsand in den frisch aufgetragenen Lack eingestreut werden.

 

 

Synonyms: Kork, Fussbodenbelag